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Bubbletea
Matcha

Grün, grüner, Matcha!

Der neue Liebling der Gastro-Szene ist grasgrün, schmeckt süßlich-herb und ist überaus gesund. Matcha heißt der neue Trend, der Bubble Tea und Chai ernsthafte Konkurrenz machen könnte.

Er gilt als Espresso unter den Grüntees: japanischer Matcha. In Japan ist er seit über 800 Jahren Herzstück der berühmten Teezeremonie; heute gehört er zur Alltagskultur. Japanische Starbucks-Filialen führen Matcha Latte im Standardangebot. Matcha-Eis mögen die Japaner ähnlich gern wie wie wir Vanille-Eis.

Matcha symbolisiert seit jeher Harmonie, Stille, Reinheit und Respekt, die vier Grundprinzipien der japanischen Teezeremonie. Seit Stars wie Madonna, Eva Padberg, Liv Tyler oder Meg Ryan mit dem „In-Drink“ gesichtet wurden, bejubeln ihn die Gazetten lautstark. Und natürlich genießt man Matcha Tee längst nicht mehr nur auf traditionelle Weise. Chocolatiers kreieren Matcha-Trüffel, Szene-Barkeeper mixen Matcha-Caipirinhas – und die Industrie hat Instant-Matcha-Latte als lukratives Geschäft entdeckt.

Getränk der Stille: Matcha gehört seit Jahrhunderten zur japanischen Tradition.Getränk der Stille: Matcha gehört seit Jahrhunderten zur japanischen Tradition.

Zaubertrank gegen freie Radikale


Eigentlich mutet es erstaunlich an, dass das grüne Pulver erst jetzt den Weg in den Westen findet. Glaubt man verschiedenen Studien, ist Matcha ein wahrer Zaubertrank. Neben Koffein enthält er Antioxidantien, Aminosäuren Vitamine und Mineralstoffe – und zwar in Mengen, die herkömmlichen Grüntee oder gar Kaffee blass aussehen lassen.  Weil er das Koffein nur langsam freisetzt, wirkt Matcha über mehrere Stunden anregend  und belebend. Die Aminosäure L-Theanin beruhigt und entspannt gleichzeitig.  Auch Hungergefühle soll Matcha dämpfen und so beim Abnehmen helfen.

Besonders effektiv soll Matcha freie Radikale bekämpfen: Mit 1.573 ORAC-Einheiten (Oxygen Radical Absorbing Capacity) pro Gramm weist Matcha den höchsten Wert auf, der bisher in einem natürlichen Produkt gemessen wurde (zum Vergleich: Granatapfel enthält 105, Acai Beeren 60 ORAC-Einheiten). Diese hohen Konzentrationen entstehen, weil Matcha als einziger Tee komplett genossen wird. Matcha bedeutet auf Japanisch schlicht „gemahlener Tee“. Das fein zermahlene Pulver brühen Teeliebhaber direkt mit heißem Wasser auf. Bei der herkömmlichen Zubereitungsart von Teeblättern als Aufguss bleiben dagegen nur maximal 10-20 Prozent der Wirkstoffe im Teewasser erhalten. 

Kostbarer Staub: Steinmühlen zermahlen die Teeblätter zu feinsten Partikeln.Kostbarer Staub: Steinmühlen zermahlen die Teeblätter zu feinsten Partikeln.

Aufwendige „Schattenwirtschaft“


Für Matcha eignen sich nur bestimmte Grüntee-Sorten. Die Produktion ist äußerst aufwendig:  Die Blätter werden per Hand geerntet und von Adern und Stilen befreit.  Anschließend werden sie gedämpft, in riesigen Backöfen getrocknet und mit speziellen Granitsteinmühlen besonders fein gemahlen. Die dunkelgrüne Farbe des Pulvers entsteht durch den Anbau auf so genannten Schattenplantagen. Einige Wochen vor der Ernte werden die Teepflanzen mithilfe dunkler Netze vor der Sonne geschützt; so produzieren die Pflanzen extra viel Chlorophyll, das auch für den süßlich-intensiven Geschmack sorgt.

Wahre Matcha-Liebhaber bereiten ihren Matcha so zu, wie es die japanischen Teezeremonie seit Jahrhunderten lehrt: Ein bis zwei Gramm Pulver übergießen sie mit einer kleinen Menge heißem Wasser (80° C) und schäumen ihn mit dem speziellen Bambusbesen, dem Chasen, auf. Für Anfänger tut es auch ein Schneebesen; für Eilige gibt es auf dem Markt bereits elektrische Matcha-Aufschäumer – oder gleich das Instantgetränk aus der Dose.

Den großen Hype verzögern dürfte allein der Preis. Denn Matcha ist relativ teuer. 30 g kosten je nach Qualität zwischen 18 und 43 Euro. Die grüne Welle rollt trotzdem weiter: Die ersten Matcha-Bars haben bereits eröffnet.

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