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Schlafen Sie gut!
GUTE NACHT!

GUTE NACHT!

Ob Übernachtung im Cockpit einer ausgedienten Boeing 747 oder ein Stundenschlaf in der vollautomatischen Hightech-Box: Neue, ungewöhnliche Schlafplätze an Flughäfen bieten Abwechslung zu den großen Hotelketten.

Am Rand des Rollfeldes des Stockholmer Flughafens Arlanda fristet ein alter Jumbojet sein Dasein. Seit die schwedische Fluggesellschaft Transjet im Jahr 2002 Pleite ging, steht die Maschine verwaist auf dem Flughafengelände. Der Jumbo sollte längst verschrottet sein – doch jetzt wird er sogar wieder Gäste in seinen Bauch aufnehmen.

Suite im Cockpit

Die Übernachtungsmöglichkeiten rund um den Stockholmer Flughafen sind ausgeschöpft. Als der schwedische Hotelier Oscar Diös nach einem Gebäude in der Nähe des Airports suchte, um eine Jugendherberge zu eröffnen, stieß er durch Zufall auf die verwaiste Boeing: Die Idee des „Jumbohostels“ war geboren.

Bevor der erste Gast Ende dieses Jahres einchecken kann, muss der Jumbojet auf seinen endgültigen Standort hinter die Frachtgebäude versetzt werden. Danach beginnt der Umbau. Insgesamt werden 81 Betten in 29 Schlafkabinen im Bauch der Maschine untergebracht. Einige der Kabinen werden mit Dusche und Toilette ausgestattet, weitere sanitäre Anlagen werden im Heck errichtet. Die teuerste Schlafgelegenheit ist eine Suite, die sich im Cockpit befinden wird. Rezeption, Lounge und Frühstücksservice vervollständigen den Wandel der Boeing zum Hostel.

Das erste Jumbohostel der Welt steht in Stockholm. © Jumbohostel.com, Illustrationen: Monsén arkitekturDas erste Jumbohostel der Welt steht in Stockholm. © Jumbohostel.com, Illustrationen: Monsén arkitektur

Überzeugend ist nicht nur die Idee, sondern auch das Preis-Leistungs-Verhältnis: Eine Übernachtung wird voraussichtlich 30 Euro pro Person kosten. Für Reisende mit Zwischenstopp, die nicht im Flughafengebäude auf ihren Weiterflug warten möchten, gibt es besondere Tarife, die stündlich berechnet werden.

Futuristische Kapseln

Aber auch in Flughafengebäuden entstehen erstaunliche Schlafmöglichkeiten. Einige davon haben ihren Ursprung in Japan und nennen sich „Kapselhotels“: ein Hotelformat, das aus Mangel an Übernachtungsmöglichkeiten in Großstädten entstanden ist. Statt in Zimmern schlafen die Gäste in kleinen Kabinen, die lediglich mit einer Matratze und einem Fernseher ausgestattet sind. Sanitäre Anlagen existieren nur als Gemeinschaftseinrichtung.

Seit Ende 2007 gibt es die Luxusvariante des Kapselhotels auch in Europa: Die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick eröffneten direkt in den Terminals das „Yotel“ – nur wenige Minuten vom Check-In entfernt. Statt Zimmern gibt es „Einzel- und Doppelkapseln“, die an langen Fluren aufgereiht sind. Obwohl die Kapseln nur eine Größe von bis zu zehn Quadratmetern haben, eröffnet sich den Gästen eine unerwartete Hightech-Ausstattung.

Mit der Eröffnung von modernen und stylischen „Yotel“-Kapselhotels setzen die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick auf einen Trend, der seinen Ursprung in Japan hat. © Yotel.comMit der Eröffnung von modernen und stylischen „Yotel“-Kapselhotels setzen die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick auf einen Trend, der seinen Ursprung in Japan hat. © Yotel.com

Neben einem Sofa, das sich per Knopfdruck zum Bett verwandeln lässt, und einem Flatscreen-TV mit kostenlosem Internetzugang hat jede Kapsel eine Duschbadeeinheit. Der ausklappbare Schreibtisch ist in der Wand versteckt, und auch ein Stuhl lässt sich praktisch verstauen. Eine weitere Besonderheit der futuristischen Box ist die Beleuchtung: Das Licht lässt sich von entspannendem Lila bis hin zu leuchtendem Weiß verändern. Frühstück und Dinner bestellt der Gast ganz einfach per E-Mail.

Wer keine ganze Nacht am Flughafen verbringt, kann die Kabine schon ab vier Stunden mieten. Dafür zahlen die Flughafengäste in der Standard-Kapsel für eine Person 35 Euro. Jede weitere Stunde kostet 7 Euro, eine ganze Nacht 78 Euro. Die zehn Quadratmeter große Premium-Kapsel für zwei Personen kostet ein wenig mehr.

Bald erreicht das Yotel auch das europäische Festland. Im Frühling 2008 wird das nächste Hotel der Kette im Flughafen Schiphol in Amsterdam eröffnen. Möglicherweise lässt sich die Farbe des Lichts dann in orange verstellen.

Minihotels: noch mehr ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten

Zimmer mit Ausblick: Das Einzimmerhotel 2007 in Paris (Palais de Tokyo). © L/BZimmer mit Ausblick: Das Einzimmerhotel 2007 in Paris (Palais de Tokyo). © L/B

Das mobile Hotel
Das durchgestylte „Hotel Everland“ besteht aus einem einzigen Zimmer in Form eines blau-grünen, länglichen Kastens. Es ist Bad, Doppelbett und Lounge in einem. Das Besondere: Das Einzimmerhotel geht auf Reisen. Es stand bereits auf Pfählen im Neuenburger See im schweizerischen Yverdon oder auf der Dachterrasse der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig. Momentan ist es auf dem Dach des Palais de Tokyo in Paris geparkt – mit einmaligem Ausblick: Durch die großen Fenster hat der Gast freie Sicht auf den Eiffelturm.
www.everland.ch

Unter Wasser
Das einzige Unterwasserhotel weltweit liegt in Key Largo in Florida. Um „Jules’ Undersea Lodge“ betreten zu können, müssen die Besucher sechseinhalb Meter tief zum Meeresboden tauchen. Durch eine Luke betreten sie zunächst den „Wetroom“. Ist die Taucherflasche abgestreift, erwarten die Gäste zwei gemütliche Schlafzimmer, heißes Duschwasser, eine voll ausgestattete Küche und ein Telefon. Video oder TV ist hier eigentlich überflüssig: Die Unterwasserwelt hinter den Fensterscheiben der Schlafzimmer ist viel spannender.
www.jul.com

Die Übernachtung im Rohrstück ist gemütlicher, als es auf den ersten Blick scheint. © Dietmar TollerianDie Übernachtung im Rohrstück ist gemütlicher, als es auf den ersten Blick scheint. © Dietmar Tollerian

Das Kanalrohr
Eine Übernachtung im Kanalrohr muss nicht unbequem sein. Im deutschen Ottensheim stehen drei umfunktionierte Rohrstücke aus Beton am Flussufer der Donau: Mit kuscheligem Bett und Dachfenster ausgestattet, könnten sie nicht einladender sein. Gebucht wird per E-Mail, der Reisende erhält daraufhin einen persönlichen Türcode, der ihm Zugang zur Schlafröhre verschafft.  Da „dasparkhotel" keine Rezeption besitzt, hinterlässt der Besucher am nächsten Morgen genau so viel Geld in der Schlafröhre, wie er für die Übernachtung als angemessen empfindet.
www.dasparkhotel.net

Das Hochzeitshaus
Das „Hochzeitshaus“ in der Bremer Altstadt ist nur als Ganzes zu mieten. Es ist vier Schritte breit, vier Schritte lang und drei Etagen hoch. Im Mittelalter war diese Art von Haus für Hochzeitspaare eine übliche Einrichtung. Verlobte, die vom Land nach Bremen kamen, um im Dom zu heiraten, mussten in der Stadt eine Wohnung nachweisen. Heute können auch unverheiratete Paare oder Wochenendurlauber das voll ausgestatte Haus mieten, sich im Whirlpool entspannen und beim Sekt-Frühstück, das wie der gesamte Kühlschrankinhalt im Preis inbegriffen ist, den Tag planen. 
www.hochzeitshaus-bremen.de

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